Nachrichten unserer Landeskirche

Mehr Geld für Pfarrer und Kirchenbeamte

Pfarrerinnen und Pfarrer, Diakoninnen und Diakone sowie Kirchenbeamtinnen und Kirchenbeamte können sich freuen: Rückwirkend ab 1. Januar 2012 erhöhen sich ihre Bezüge um 1,9%, dazu erhalten sie einen Sockelbetrag von 17 Euro. Die Gehaltserhöhung wird mit den Aprilbezügen ausgezahlt. Am 1. November werden die Bezüge um weitere 1,5% steigen. Der Landeskirchenrat hat mit seinem Beschluss eine entsprechende Gehaltserhöhung für die bayerischen Beamtinnen und Beamten nachvollzogen.

München, 20. Februar 2012 Johannes Minkus, Pressesprecher

Landessynode soll theologische Referentenstelle bekommen

Die thematische Arbeit der Landessynode und ihres Präsidiums hat sich in der laufenden Legislaturperiode deutlich intensiviert. Darum hat der Landeskirchenrat beschlossen, dass ab 1. September 2012 eine Pfarrerin oder ein Pfarrer als theologischer Referentin, bzw. theologischer Referent mit einer halben Stelle die Arbeit der Landessynode unterstützen soll. Neben der inhaltlichen Vorbereitung von Themensynoden und verstärkter innerkirchlicher Kommunikation soll die neue Referentin, der neue Referent auch den Mitgliedern des Synodenpräsidiums bei ihren öffentlichen Auftritten zuarbeiten. „Ich halte es für sehr angemessen, dass nicht nur Bischof und Regionalbischöfe von theologischen Referentinnen und Referenten unterstützt werden, sondern auch die Landessynode auf kompetente theologische Unterstützung zugreifen kann“, so Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm. Nach der Entscheidung des Landeskirchenrats muss jetzt die Landessynode die Errichtung dieser Stelle beschließen.

München, 20. Februar 2012 Johannes Minkus, Pressesprecher

Politischer Austausch mit Vertretern der ungarischen Partnerkirche

Zu einem Gedankenaustausch über aktuelle politische und kirchenpolitische Fragen war der Landeskurator der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Ungarn, Gergely Pröhle und die Ökumenereferentin Klara Tarr-Cselovszky in die Landeskirchenratssitzung nach München gekommen. Pröhle, im Hauptberuf Staatssekretär im ungarischen Außenministerium, antwortete auch auf kritische Rückfragen nach der umstrittenen Verfassungsänderung, sowie dem neuen Medien- und Kirchengesetz in Ungarn. Pröhle betonte, dass in einer Kirchenpartnerschaft auch Raum sein müsse, um kontroverse Themen offen anzusprechen. Seit 1992 besteht eine offizielle Kirchenpartnerschaft, die von zahlreichen sehr lebendigen Dekanats- und Gemeindepartnerschaften getragen wird. Im Sommer 2012 soll in Nürnberg das 20jährige Partnschaftsjubiläum gefeiert werden.

München, 20. Februar 2012 Johannes Minkus, Pressesprecher

Grüne bei Landesbischof

Einigkeit bei ökologischem Wirtschaftsumbau und Kampf gegen Rechtsextremismus

Erstes Treffen zwischen der Fraktionsspitze der Landtagsgrünen und dem evangelischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm

Die Grünen im Bayerischen Landtag sind gestern zu einer ersten Begegnung mit dem Landesbischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern, Heinrich Bedford-Strohm, ins Münchner Landeskirchenamt gekommen. Themen des Treffens mit der Fraktionsvorsitzenden Margarete Bause und Ulrike Gote, Mitglied des Fraktionsvorstands und religionspolitische Sprecherin, waren die Energiewende, Fragen des ökologischen Umbaus der Wirtschaft und der Kampf gegen Rechtsradikalismus. Bei allen Inhalten herrschte eine große Übereinstimmung.

Der Landesbischof erinnerte daran, dass sich die Kirchen weltweit seit Jahrzehnten für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung einsetzten. Darum sei er sehr dankbar, dass die Notwendigkeit eines ökologisch verträglichen Wirtschaftens und der Energiewende inzwischen „in der Mitte der Gesellschaft angekommen“ sei. Ulrike Gote verwies darauf, dass die im bayerischen Klimabündnis - dem auch die bayerische Landeskirche angehört - verabredeten Ziele noch nicht in konkrete politische Entscheidungen umgesetzt worden seien. „Die Grünen werden sich weiter dafür einsetzen, dass die Umsetzung der Energiewende in Bayern endlich konkrete Fortschritte macht.“

Beide Seiten waren sich einig, dass es künftig kein Wirtschaftswachstum mehr geben könne, das allein auf höheren Ressourcenverbrauch setze. „Wirtschaftswachstum darf nicht zu einer Ersatzreligion werden“, so Margarete Bause. Heinrich Bedford-Strohm sprach sich dafür aus, „Wohlstand“ so zu definieren, „dass wir ein lebenswertes Leben führen können, ohne künftige Generationen zu belasten“.

Große Übereinstimmung bestand auf beiden Seiten auch in der Notwendigkeit, den Rechtsradikalismus zu bekämpfen. Der Landesbischof verwies in diesem Zusammenhang auf das große Engagement der bayerischen Landeskirche im „Bayerischen Bündnis für Toleranz - Demokratie und Menschenrechte schützen“. Auch die Grünen forderten seit Jahrzehnten ein konsequentes und nachhaltiges Eintreten gegen Neonazis, aber auch gegen antidemokratische Kultur, Rassismus und Ungleichwertigkeitsvorstellungen in der bayerischen Politik und Bevölkerung, betonten die Fraktionsvertreterinnen.

In der Frage der Staatsleistungen für die Kirchen stimmten beide Seiten darin überein, dass es richtig sei, wenn der Staat Kirchen und Religionsgemeinschaften für ihren Beitrag zum gesellschaftlichen Leben unterstütze. Die Grünen, so Ulrike Gote, forderten eine Trennung von Staat und Kirche, begrüßten jedoch eine Kooperation von Kirche und Staat.

>München, 1. Februar 2012 Johannes Minkus, Pressesprecher

Bayerisches Bündnis für Toleranz schafft zivilgesellschaftliche Bündnisse gegen rechtsextreme Aktivitäten

Martin Becher, der Geschäftsführer des Bayerischen Bündnisses für Toleranz informierte den Landeskirchenrat über die aktuellen Schwerpunkte seiner Arbeit.

Becher, der im Mai 2011 die Aufgaben seiner Vorgängerin Simone Richter übernommen hatte, berichtete von einer deutlichen Verschiebung seines Tätigkeitsbereiches. Während zu Beginn der Tätigkeit der Projektstelle vor fünf Jahren vor allem Basisinformationen über die unterschiedlichen Erscheinungsformen von Rechtsextremismus gefragt waren, liege der Schwerpunkt seiner Tätigkeit heute im Vernetzen der inzwischen an vielen Orten aufgebauten Unterstützungsangebote im Kampf gegen rechtsextremes Gedankengut, erläuterte Becher. Dabei komme es besonders darauf an, dass breite zivilgesellschaftliche Bündnisse mit den vor Ort zuständigen Stellen konstruktiv zusammenarbeiten. Wichtig seien schnelle und effektive Unterstützungsangebote für Kommunen, in denen rechtsextreme Gruppierungen durch Kauf von Immobilien oder Ausrichtung von Großveranstaltungen versuchten, Fuß zu fassen. Landesbischof Bedford-Strohm dankte Becher für seinen engagierten und couragierten Einsatz im Rahmen des Bündnisses für Toleranz.

München, 23. Januar 2012 Johannes Minkus, Pressesprecher

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