Der vom Bund 2008 eingeführte "Pflege-TÜV" legt auf Bundesebene Kriterien und eine Systematik für die Benotung von Pflegeheimen fest. Beteiligt daran sind die Bundesarbeits-gemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe, die Bundesvereinigung der kommunalen Spitzenverbände, die Vereinigungen der Träger der Pflegeeinrichtungen und der GKV-Spitzenverband als Vertreter der gesetzlichen Pflegekassen. Ziel dabei ist, die Auflage der Pflegereform umzusetzen und die Prüfberichte transparenter zu machen.
Seit Juli 2009 prüft der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) nach den vereinbarten Vorgaben 82 Kriterien, die in fünf Themengruppen zusammengefasst sind. Die Gutachter bewerten die Ergebnisse mit Schulnoten von "sehr gut" bis "mangelhaft". Aus den Einzelnoten, die alle gleichwertig sind, werden Durchschnittsnoten für fünf Bereiche errechnet. 64 Einzelnoten ergeben die Gesamtnote. Die Ergebnisse der Bewohnerbefragung fließen nicht ein.
Bei der jüngsten Überprüfung durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen (MDK) wurde das Kulmbacher Seniorenwohnheim "MAINPARK" mit der Gesamtnote 1,4 bewertet.
Geprüft wurden dabei die Bereiche "Medizinische Versorgung", "Umgang mit Demenz-Kranken", "Soziale Betreuung" und "Wohnen, Verpflegung, Hygiene". Zudem wurde eine Befragung der Bewohner vorgenommen. Hier lag die Benotung sogar bei einem Durchschnitt von 1,1, welche jedoch nicht mit in die offizielle Bewertung mit einfloss. Eine detaillierte Übersicht über alle Seniorenwohnheime ist unter www.pflegenoten.de zu finden.
Das Mehrgenerationenhaus Kulmbach wurde im Rahmen des Bundesprojektes Mehrgenerationenhäuser zum weiten Mal in Folge als Leuchtturmhaus ausgewählt. Leuchtturmhäuser zeichnen sich durch besondere Stärken in der Weiterentwicklung des Aktionsprogramms "Mehrgenerationenhäuser" und durch die Förderung des Miteinanders von Menschen aus. Das von der Geschwister-Gummi-Stiftung betriebene Mehrgenerationenhaus in Kulmbach ist eines von bundesweit zwei Häusern, die im Bereich "Nachhaltigkeit" außergewöhnliche Leistungen erbringen und somit als "leuchtendes" Vorbild dienen. Insgesamt werden alle sechs Monate sieben von den bundesweit insgesamt 500 Mehrgenerationenhäusern als Leuchtturmhäuser ausgewählt. Die Idee hinter dieser Auszeichnung ist es, die Qualität der Häuser und des Netzwerkes hochzuhalten, den Austausch untereinander mehr zu fördern und die zahlreichen Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements aufzuzeigen.
Die Auszeichnung zum Leuchtturmhaus bedeutet für die Leiterin Pia Schmidt Verantwortung zu übernehmen und durch Veranstaltungen im nächsten dreiviertel Jahr die Arbeit der Einrichtung bundesweit zu präsentieren. Zusammen mit dem Mehrgenerationenhaus in Nordstemmen, welches ebenfalls im Bereich "Nachhaltigkeit" ausgezeichnet wurde, steht bis Dezember das Thema im Mittelpunkt des Aktionsprogramms. Beide Häuser haben die Aufgabe, in Moderatorenkreisen Vorträge zu halten, andere Mehrgenerationenhäuser zu beraten und ihre Expertise in Telefonkonferenzen vorzustellen. Durch die Ausrichtung eines Fachtages zum jeweiligen Leuchtturmthema, in dem inhaltlich die einzelnen Programme aufgearbeitet, Tipps und Erfahrungen weitergegeben werden, werden andere Häuser beim Aufbau eigener Angebote unterstützt. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, die Pia Schmidt und ihr Team mit großem Engagement und Freude angehen.
Zunehmend sind Kinder und Jugendliche nach extrem belastenden Erfahrungen oder manifesten Erlebnissen von Ängsten, Verzweiflung, Hilflosigkeit und dauerhaftem Verlust der Orientierung bedroht.
Zur Überwindung dieser Traumatas sind sie grundsätzlich auf professionelle Unterstützung von wohlwollenden Erwachsenen angewiesen. Die Kulmbacher Geschwister-Gummi-Stiftung sorgt in ihren heilpädagogischen Wohngruppen dafür, dass sie im täglichen Zusammenleben mit therapeutischer Unterstützung wieder an Stabilität, Sicherheit und Perspektive gewinnen.
In einem Verbund von ambulanten und teilstationären Angeboten unterhält die Geschwister-Gummi-Stiftung aktuell sechs heilpädagogische Wohngrupppen, die gezielt auf die Bedürfnisse von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet sind. Grundsätzlich sind sie ein Zuhause auf Zeit, mit dem Ziel, gemeinsam mit Kindern und ihren Familien neue Perspek-tiven für die Zukunft zu erarbeiten.
Um diese Arbeit ziel- und qualitätsorientiert tun zu können steht ein differenziertes Fachdienstangebot aus Heilpädagogik, Psychotherapie, Lerntherapie, Erlebnispädagogik … zur Verfügung. Der regelmäßige Austausch untereinander gewährleistet sichere und flexible Handlung- und Interventionsmöglichkeiten
Kinder und Jugendliche finden in den Wohngruppen einen Ort der Geborgenheit, Vorhersehbarkeit und überprüfbaren Sicherheit. Das Miteinander aller Fachkräfte mit einer hohen Partizipation ermöglicht eine sichere und stabile Entwicklung neuer Perspektiven, die Mut machen und Zuversicht geben!
Die Probleme bei psychisch stark belasteten Kindern und Jugendlichen werden immer komplexer. Oft weist nicht nur eine Diagnose auf die Befindlichkeit der Kinder hin, sondern problematische Verhaltensmuster verstärken sich wechselseitig. Dabei steigt die Zahl von traumatisierten und vernachlässigten Kindern, die intensive Hilfe benötigen, drastisch an. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden jeden Tag mehr als 80 gefährdete Kinder und Jugendliche in die Obhut des Jugendamtes genommen. In der Jugendhilfe sind in Deutschland - nach Aussage von Edeltraud Burger-Dahlhoff, Fachbereichsleiterin der Geschwister-Gummi-Stiftung - rund 115.000 Kinder und Jugendliche von psychischen Problemen betroffen - Anzahl steigend! Gerade auch die zunehmende Zahl besonders junger Kinder wurde vor allem in den letzten drei Jahren deutlich!
Um diese besorgniserregenden Entwicklungen in Fachkreisen zu diskutieren, lud die Geschwister-Gummi-Stiftung am vergangenen Donnerstag ins Martin-Luther-Haus zur "Trauma-Fachtagung" ein. Gekommen waren über 100 Fachkräfte aus den nordbayerischen Jugendämtern, Jugendhilfeeinrichtungen, Ämtern und Schulen.
In ihrem sehr informativen und von persönlichen Erfahrungen geprägten Vortrag schilderte die Trauma-Expertin Professorin Dr. Silke Gahleitner, die an den Universitäten Berlin und Krems Integrative Therapie, Psychosoziale Intervention und Psychotherapie lehrt, von ihren Erfahrungen im Umgang mit traumatisierten Kindern und zeigte mögliche Therapieansätze auf.
So könnten eng gefasste Diagnosen - etwa eine Bindungsstörung im frühkindlichen Alter, ein Trauma oder eine Depression - immer seltener gestellt werden. Häufiger haben Pädagogen und Therapeuten hingegen mit komplexen Störungen zu tun.
Diese seien schwerer zu behandeln, weniger erforscht und die Perspektive sei schlechter, sagt Prof. Silke Gahleitner. Einen Grund der Entwicklung sieht die Expertin im Leistungsdruck: "Die Anforderungen an Kinder und Jugendliche sind enorm gestiegen." Dazu kommt "Wohlstandsverwahrlosung" und eine wachsende Zahl armer Kinder. Die Erfahrung zeige, dass für diese Kinder und Jugendlichen Struktur im Tagesablauf und zuverlässige Ansprechpartner oftmals über Erfolg oder Misserfolg von Maßnahmen entscheidend seien. Um eine "Stabilisierung" zu erreichen benötige man in vielen Fällen spezielle Wohn- und Betreuungskonzepte, um für die Kinder einen "sicheren" Rückzugsort zu gewährleisten, so Prof. Gahleitner.
Die anschließende Fragerunde zeigte das enorme Interesse an der Thematik. Der Bamberger Psychotherapeut Rainer Knappe schilderte die Verarbeitungsschritte eines erlebten Traumas. In einem Kurzvortrag erklärte die Traumatherapeutin der Geschwister-Gummi-Stiftung, Caroline Schmidt, die Bedeutung der stationären Kinder- und Jugendhilfe für die Stabilisierung und Neuorientierung. Ihre Erfahrung zeige, dass ein entscheidender Faktor für eine erfolgreiche Integration ein tiefes emotionales Verhältnis zwischen den pädagogisch/therapeutischen Fachkräften und dem Kind sei. Klaus Schröder, Leiter des Kreisjugendamtes Kulmbach machte deutlich, dass trotz hoher Kosten in der Jugendhilfe stets das Kind mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt der Betrachtung zu stehen habe. Bei schwer traumatisierten Kindern habe ein gutes Miteinander von Jugendhilfe und Schule höchste Priorität.
Kontakt:
Geschwister-Gummi-Stiftung
Fachbereich Familie und Erziehung
Schießgraben 7, 95326 Kulmbach
Tel. 09221 - 82 82 12 Fax: 09221 - 82 82 69 Mail: info@gummi-stiftung.de
Quelle: Pressemitteilung der "Diakonie Kulmbach" vom 15.5.2012